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Hausmännerferien

Gleichstellungspreis 1998

Gleichstellungspreis 2003

    Das HausMännerNetz Winterthur bewirbt sich um den Gleichstellungspreis 2003 der Stadt Winterthur.

    Wir möchten damit das Projekt: «Erweiterung des Netzes» realisieren.

Begründung:
Das Hausmännernetz Winterthur vernetzt und unterstützt Männer darin die Erwerbs-, Betreuungs- und Hausarbeit mit ihren Frauen gleichberechtigt zu teilen. Väter übernehmen die Verantwortung für Kinderbetreuung und Hausarbeit, während Frauen ihre Erwerbsarbeit auch mit kleinen Kindern weiterverfolgen können. Die Erwerbsarbeit kann ohne Kinderpause weitergeführt werden, womit sich die Probleme des Wiedereinstiegs erübrigen. Die Karrierechancen bleiben für beide weitgehend intakt (resp. werden in vergleichbarem Ausmass eingeschränkt).
Die Kinder erleben den Vater als präsent in ihrem Alltag. Sie erfahren ihn als realen Menschen in all seinen Facetten und mit seinen Möglichkeiten, sie fürsorglich und versorgend zu betreuen. Ebenso selbstverständlich ist für sie die Erwerbsarbeit der Mutter Teil des Alltags. Damit erweitert sich ihr Spektrum an Rollenbildern und –gestaltungsmöglichkeiten.

Gestartet ist das Hausmännernetz mit zwei aktiven Vätern im Jahre 1992. Es wurde rasch grösser und besteht seither aus durchschnittlich 8 – 10 aktiven Vätern und ihren Kindern. Jährlich kommen neue Väter dazu, während andere sich zurückziehen. Aufgrund aktiver Interessentensuche im letzten Jahr sind zur Zeit sogar 18 Hausmänner auf der Adressliste.
Über die letzten zehn Jahre waren und sind so ungefähr 35 Väter Teil des Netzes. Es hatte damit auch Auswirkungen auf ca. 80 Kinder (Rollenvorbilder) und 35 Frauen (verbesserte Möglichkeiten Erwerbsarbeit).

Länger schon wurde nun die Idee diskutiert, Strukturen zu schaffen, die eine Erweiterung der relativ stabilen Grösse von 8 – 10 Aktiven erlauben würden. Mit dem Projekt «Erweiterung des Netzes» wäre dies möglich.
Da wir alle die Aktivitäten und Kontaktmöglichkeiten des Hausmännernetzes als sehr unterstützend und hilfreich erleben, um mit den Herausforderungen dieses Modells und der Kinderbetreuung gut umgehen zu können, sind wir überzeugt, dass eine solche Expansion des Netzes ein wertvoller Beitrag zur realen Gleichstellung der Geschlechter ist.

Das Hausmännernetz Winterthur

Ziele

Das Hausmännernetz Winterthur bringt Väter, die sich teil- oder vollzeitlich um Kinderbetreuung und Hausarbeit kümmern miteinander in Kontakt. Der Alltag mit Kindern wird zusammen erlebt und Austausch und gegenseitige Unterstützung unter Männern wird ermöglicht.

Mittel

  • Zweimal monatlich findet ein Mittagstisch im Mütterzentrum (MüZe) statt. Ein Vater kocht für alle, beim gemeinsamen Mittagessen und danach ist Raum und Zeit für Plaudern, Reden, Kennenlernen und Spiel der Kinder.
  • Jährlich finden die «Hausmännerferien» statt. Acht bis zehn Väter mit ihren Kindern verbringen eine Woche Ferien zusammen. Eine Zeit des intensiven Zusammenlebens und Sich-Kennenlernens. Hier entstehen Beziehungen zwischen den Vätern und den Kindern, die auch das Jahr durch weitertragen.
  • Hausmännerstamm einmal monatlich im Restaurant Obergass. Eine traditionelle Form mit zT traditionellen Inhalten, aber auch Ort des Entwickelns von neuen Ideen, des spontanen Organisierens und des Austausches über Alltägliches und Erzieherisches.
  • Hausmännerwochenende: Das kinderfreie Wochenende im Herbst.

Organisationsform

Das «Netz» als Organisationsform wurde bewusst gewählt. Damit soll eine nichthierarchische, unbürokratische,gleichberechtigte und offene Form beschrieben werden. Zentrale Bestandteile des Funktionierens sind:

  • die aktualisierte Adressliste (inkl. Angaben über Betreuungstage)
  • ca. 5 Sitzungen jährlich. Durchführung bei einem Hausmann zuhause. Organisation der Zmittage resp. der Ferien.
  • Internetwebsite: www.hausmaennernetz.ch: Neben dem Werbeaspekt, finden hier alle Beteiligten die aktuellen Infos (Daten, wer kocht? etc. ).

Geschichte

Trotz oder wegen dieser Organisationsform, hat das Netz seit 1992 Bestand. Die oben beschriebenen Mittel, resp. Aktivitäten finden regelmässig statt. Mindestens ein «Gernerationenwechsel» wurde bisher erfolgreich bewältigt.

Die finanzielle Situation

Mittagessen, MüZe-Miete und Kosten für die Hausmännerferien (ca. Fr. 800.– pro Woche) werden privat finanziert. Ebenso Kosten für Werbung und Inserate. Alle Arbeit wird unbezahlt geleistet.
Für die Aktivitäten im bisherigen Umfang wird dies von niemandem als problematisch empfunden.

Das Projekt:

Erweiterung des Netzes und Verteilung der Angebote auf die Winterthurer Quartiere

Ausgangslage

Seit ca. 10 Jahren besteht das Hausmännernetz Winterthur. Seine Grösse hat sich bei ca. 8 – 10 aktiven Vätern stabil eingependelt. Dies ergibt eine Grösse, die sowohl die Durchführung eines zentral organisierten Mittagstisches (zweimal monatlich im MüZe) erlaubt, wie auch die Durchführung der jährlichen Ferienwoche.

Die meisten Väter kennen in ihrem Wohnquartier noch einige weitere Väter, die ein Sharing-Modell praktizieren oder vollzeitlich zuhause sind. Wie die kürzlich durchgeführte kleine Mitgliederwerbeaktion eindrücklich zeigte, wären davon auch viele für eine Teilnahme zu gewinnen. In der unsicheren wirtschaftlichen Situation drängt es sich für viele Familien auf, die Verteilung der Betreuungs- und Erwerbsarbeit dem Arbeitsplatzangebot anzupassen. Zur Zeit ist die Mitgliederwerbung nur dadurch blockiert, dass in der jetztigen Form mehr Teilnehmer nicht verkraftet werden könnten.

Gerade Väter mit älteren Kindern nehmen manchmal nicht mehr am Mittagstisch teil, weil die verfügbare Zeit über den Mittag relativ knapp ist, die Kinder spät kommen und früh wieder gehen müssen. Der Wunsch sich im eigenen Quartier treffen zu können ist deshalb auch geäussert worden. Einzelne Hausmänner führen denn auch schon zusätzliche Mittagstische im Quartier im privaten Kreis durch.

Ziel

Die Zahl teilnehmender aktiver Väter soll auf mindestens 40 Personen erhöht werden können. Mittagstische werden in der jetzigen Grösse (max. 30 Teilnehmende inkl. Kinder) in fünf Winterthurer Quartieren angeboten.

Gleichstellungspolitische Wirkung

Die Vergrösserung des Netzes auf die mindestens vierfache Grösse und die damit verbundene Oeffentlichkeitsarbeit führen zu grösserer Bekanntheit des Hausmännernetzes Winterthur und damit auch zu grösserer Bekanntheit des Sharing- resp. Hausmannmodells. Weitere Väter können motiviert werden einen grösseren Teil der Kinderbetreuung und Hausarbeit zu übernehmen. Dies wiederum erlaubt es ihren Frauen ungestört ihrer Erwerbsarbeit nachzugehen.
Was heute Ausnahme ist, könnte so zumindest in Winterthur schon in einigen Jahren ein vielbegangener Weg werden.

Mittel

Werbung von interessierten Männern durch folgende Massnahmen:

  • Druck und Verteilung des vorhandenen Flyers, angepasst auf das neue Angebot.
  • Inserieren in allen Quartierzeitschriften und im Landboten
  • Steigerung der Bekanntheit des Hausmännernetzes und thematische Sensibilisierung durch das Organisieren einer Wanderausstellung kombiniert mit einer Referatsreihe in den Quartieren.
  • Suche und Miete geeigneter Räumlichkeiten in den Quartieren ( v.a. Quartierzentren, evtl. Waldhütte, Bauwagen)
  • Aufbau einer den neuen Bedürfnissen entsprechenden Organisationsform mit der Absicht, die nicht-hierarchische und prozessorientierte Form des «Netzes» sinngemäss zu erhalten.
  • Anpassung der Organisation der jährlichen Ferien (quartierweise?, grössere TN-Zahl?, mehrere Termine übers Jahr verteilt?)
  • Einrichten einer zentralen Infrastruktur und Administration so klein und unbürokratisch wie möglich und so gross wie nötig.

Finanzielles

Dem Hausmännernetz stehen keine eigenen finanziellen Mittel zur Verfügung.
Die Kosten des Projektes entstehen aus

  • Werbekosten (Flyer, Druck, Inserate)
  • Kosten Veranstaltungsreihe (Raummieten, Ausstellungsmiete, Kosten für Referenten)
  • Evtl. Zuschüsse an Raummieten in den Quartieren, resp. zum Aufbau Infrastruktur (z.B. Bauwagen)
  • Erstatten von Spesen und Bezahlen einer Entschädigung für ausserordentliche Aufwände

Realisierungsperspektiven

Fünf Väter haben sich verbindlich für eine Mitarbeit an dieser Zielsetzung entschieden.
Erste Feinplanungsarbeiten finden in den Hausmännerferien 03 statt. Die beschriebenen Mittel werden im Verlauf der nächsten 18– 24 Monate umgesetzt. Sie ergänzen sich gegenseitig und sind deshalb nicht in eine genaue zeitliche Abfolge zu gliedern. Am Beginn steht schwerpunktmässig die Werbung von Interessenten, während die Infrastruktur laufend erweitert und angepasst wird. Am Ende des Prozesses steht das Finden einer geeigneten Organisationsform.

Mai 2003



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